DEA Deutsche Eliteakademie

Institute an der DEA / Wirtschaftsanthropologie

Wirtschaftsanthropologie

Institutsleiter:Prof. Dr. Dr. Ulrich HemelInstitutskoordinatoren:Priv.-Doz. (Univ.) Dr. Imre Koncsik
Institutsbeirat:Prof. Dr. Bertram Stubenrauch
Prof. Dr. Karl Homan
Internetseite: www.wirtschaftsanthropologie.de

 

 
 
Die Zeit scheint reif zu sein für dieses deutschlandweit einmalige Institut an der Eliteuniversität LMU: bislang gestreute wirtschaftsethische Debatten verlangen nach einer anthropologischen Fokussierung, Unternehmen mangelt es an wissenschaftlich ausgewiesener anthropologischer Fundierung ihres Selbstbildes und ihrer Konstitution, schließlich bedürfen öffentliche Debatten sachrationaler Kanalisierung, um gerade angesichts der Finanzkrise nicht in emotionalen Schlachten zu verenden.
 
Wissenschaftlich könnten erstmals im Dialog mit der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre anthropologisch-theologische Bausteine experimentell evaluiert werden – ein wissenschaftshistorischer Meilenstein dogmatischer Forschung.
Umgekehrt kann das ökonomische System theologisch-systematisch durch eine interne Bestimmung der stillschweigend vorausgesetzten Anthropologie rekalibriert werden: man denke an die praktische Bestimmung des Menschen als „Selbstzweck“ statt „Gemeinzweck“ oder an ein individualistisches Verständnis von „Freiheit“ anstatt Interpersonalität.

 

Positionierung
 
Das Institut für Wirtschaftsanthropologie (WA) ist eine von mehreren gleichgestellten Einrichtungen unter dem Dach der Deutschen Eliteakademie (DE). Der innere Aufbau gleicht dem der übrigen Institute. Das IP ist selbständig; es nutzt bedarfsweise die anderen Institute zur Ergänzung oder im Austausch von Experten und Informationen.
 
Sinn und Zweck des WA
 
Das Institut für Wirtschaftsanthropologie (WA) stellt sich in den Dienst der Ethik in der Wirtschaft auf Basis einer theologisch-philosophischen Anthropologie. Sein Beitrag ist das Erschließen, Sammeln und Vermitteln relevanter Informationen. Das bearbeitete Feld umfasst den wissenschaftlich-theoretischen und im eingeschränkten Sinn den angewandten-praktischen Bereich. Dies ist die Grundlage für seine Präsenz in Forschung und Lehre.
 
Zentrales Thema
 
Wozu ein Institut für Wirtschaftsanthropologie? – Um dem einen Menschen, der hofft, liebt, glaubt und nach hohen Werten strebt, auch in seinem Wirtschaftsleben gerecht zu werden.
Das großartige Bild vom Menschen als „Gottes Abbild“ mit dem Ziel, eine herzerfüllte paradiesische Gemeinschaft zu verwirklichen, soll auch noch im Konzept eines „homo oeconomicus“ aufleuchten, der rational auf Nutzenmaximierung und Selbstzweck bedacht ist. Umgekehrt sollte die theologische Anthropologie vor wolkigen Spekulationen bewahrt werden, indem Erkenntnisse aus dem harten wirtschaftlichen Alltag systematisch ausgewertet und in ein vollständiges Menschenbild integriert werden. Daraus ergibt sich ein wissenschaftlich fundiertes Verständnis des Menschen sowie seiner Einbettung in die Wirtschaft.
In Deutschland gibt es seit der Gründung des ersten Lehrstuhls für Wirtschaftsethik in Eichstätt zahlreiche Bemühungen, eine regionale Ethik zwischen Theologie, Philosophie und Wirtschaftswissenschaften zu etablieren. Das dabei entscheidende Thema Anthropologie wird nirgends separat fokussiert – weil es nicht unmittelbar zur Ethik gehört. Ohne eine institutionell basierte anthropologische Fundierungsarbeit jedoch hängen ethische Fragestellungen in der Luft, ebenso ihre Vermittlung in die Gesellschaft.
Ein Institut für Wirtschaftsanthropologie ist einmalig in Deutschland.
Was fehlt: die Bereitstellung einer wissenschaftlich sauberen Anthropologie im Hintergrund wirtschaftswissenschaftlicher Forschung. Die systematische Theologie behandelt explizit das Thema Anthropologie im Rahmen des Traktats Schöpfungslehre: sie ist der qualifizierte und ausgewiesene Partner im interdisziplinären Dialog zwischen Theologie, Philosophie und Wirtschaftswissenschaften.
Es ist verständlich, dass anthropologische Leistungen ein Wirtschaftsethiker nicht selbständig erbringen kann. Ebenso verständlich ist es, dass ein Wirtschaftswissenschaftler ohne eine Anthropologie als Rahmenbedingung Interaktionsmodelle aller Art (Unternehmensführung, Vertragstheorie etc.) nur limitiert entwickeln kann. Hier klafft eine Lücke, die WA füllen soll.
 
Gegenwärtiger Stand
 
Das WA befindet sich im Aufbau. Teilbereiche sind heute schon in ihrer Struktur und Funktion weit fortgeschritten oder gar am Ziel. Die Aktionsfähigkeit ist erkennbar an der erfolgreichen Arbeit vor allem mit Bezug auf die Vermittlung von Wissen, wie noch darzustellen bleibt. Der weitere Aufbau des WA erfolgt stufenweise. Er gründet auf der Bereitstellung entsprechender finanzieller Mittel und auf dem Erreichen des jeweils angestrebten endgültigen Formates.
 
Konzept der Forschung
 
Die Forschung im WA soll sich zunächst den  Grundlagen zuwenden, doch immer die Anwendung im Alltag im Fokus behalten. Zur Grundlagenforschung werden keine kostspieligen Einrichtungen in räumlicher, apparativer und personeller Hinsicht erforderlich – Literatur kann ebenso leicht besorgt wie vorhandene IT-Ressourcen genutzt werden. Im derzeitigen Status beschränkt sich die Forschung auf Erhebung und systematische Kategorisierung themenspezifischer Informationen in Form von einschlägigen Publikationen.
Hierbei kommt eine Mitbeteiligung anderer Gruppen ebenso in Betracht wie Initiierung, Begleitung oder Unterstützung einzelner Projekte außerhalb des WA und der DE. Besonders wichtig ist die angedachte Implementierung des WA an der LMU München am Lehrstuhl für Dogmatik und Ökumene (Prof. Stubenrauch) – als sog. An-Institut unter maßgeblicher Direktive und Trägerschaft der DE.
 
Lehre
 
Die Vermittlung von Wissen ist und bleibt das umfangreichste Anliegen des WA. Hierbei werden auf unterschiedlichen Wegen verschiedene Zielgruppen erreicht, und zwar sowohl Studenten der DEA als auch der LMU.
Die größte Bedeutung kommt dem Unterricht zu. Er ist gedacht für Interessierte mit abgeschlossenem Hochschulstudium als Vermittlung einer Qualifikation in dieser regionalen Wirtschaftsethik resp. Anthropologie.
Inhaltlich werden Daten und Erkenntnisse geboten, die während des Studiums eklatant unterrepräsentiert sind. Das WA vermag dank seiner Eigenständigkeit wie auch seiner Alleinstellung Themenfelder fachübergreifend zu vermitteln. Dies gelingt vor allem auch wegen des abgeschlossenen Studiums seiner Kursteilnehmer. Ohne diese Grundlage ist das Verständnis bezüglich der in verschiedene Fächer hineinreichenden anthropologischen und ethischen Probleme allgemein zu wenig ausgeprägt. Ein anderer Zweig sind Vorträge und Referate für einen größeren Kreis von Interessierten, dem dieselben Probleme mit einer dem Begreifen entgegenkommenden geringeren Informationstiefe nahegebracht werden. Die Zielgruppe wird durch natur- und wirtschaftswissenschaftliche Studien definiert und identifiziert Akteure in der Gesellschaft, die mit ethischen und anthropologisch initiierten Entscheidungen konfrontiert sind.
 
Außenarbeit
 
Über das WA, also seinen Stab und die Seminar-Teilnehmer, hinaus werden zusätzliche Informationswege beschritten. Sie werden ihren Niederschlag überwiegend in Rundschreiben und Publikationen in Printmedien finden.
 
Festlegung des gegenwärtigen Themenfeldes
 
Das WA bearbeitet folgende Themenfelder:
 
Grundsatzfragen & Definition des Forschungsstandes:
  • Systematische, philosophisch-theologische Anthropologie
  • Wirtschaftswissenschaftliche Ethik
 
Anwendungsorientierte Fragen:
  • Spiritualität
  • Unternehmensführung, Personalpolitik, Human Ressources
  • Spezifische Managemententscheidungen
  • Controlling, qualitativer Unternehmenswert
  • Corporate Gouvernance (Shareholder – Stakeholder)
  • Marketing/PR
  • Systemtheorie / Spieltheorie
  • Soziale Anthropologie
 
Gestaltung, Überwachung und Qualitätsmanagement obliegen dem wissenschaftlichen Beirat, den Koordinatoren und dem Leiter des WA.

 

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