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Chancen und Risiken eines monistischen Systems der Krankenhausfinanzierung !

Die Krankenhausfinanzierung soll nach Vorstellung der Bundesregierung von einem dualen in ein monistisches System umgewandelt werden. Bei einer monistischen Finanzierung werden sämtliche laufenden und Investitionskosten in einem Preis abgebildet. Das bedeutet, dass zusätzlich zu den Fallpauschalen von den Kassen auch ein Investitionszuschlag bezahlt werden soll. Ökonomen sehen darin den Vorteil, dass die Kliniken hier - unabhängig von der Kassenlage in den einzelnen Bundesländern - eine eigenständige Investitionspolitik betreiben könnten. Die Krankenkassen hingegen verbinden damit die Erwartung, dass sie die Erwartungen, Kapazitäten und Angebote besser beeinflussen können. Das Problem besteht vor allem darin, dass die Bundesländer hierin einen nicht hinzunehmenden Eingriff in ihre Hoheitsrechte sehen.
Die Umstellung auf ein monistisches System wird von vielen Betroffenen im Krankenhausbereich sehr skeptisch betrachtet, in erster Linie besteht die Angst, dass am Ende Gelder fehlen. Viele Vertreter der Krankenhäuser bezweifeln die Berechnungsgrundlagen für die künftigen Investitionszuschläge. Auf dem 7. Nationalen DRG-Forum in Berlin forderte deshalb der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Rudolf Kösters, dass eine Anbindung der Steigerungsrate der Krankenhausfinanzierung an das Bruttoinlandsprodukt - anstatt wie bisher an die Grundlohnrate - stattfinden solle. Bis jetzt ist die aus der Lohnentwicklung der Vergangenheit abgeleitete Grundlohnrate die gesetzliche Obergrenze für die Preiszuwächse bei den Fallpauschalen, mittels derer inzwischen über 90 Prozent der Krankenhausleistungen vergütet werden. Die Steigerungsrate beträgt derzeit für die Ausgaben an Krankenhausleistungen 0,64 Prozent.

Tatsächlich schreiben derzeit circa 600 Krankenhäuser, die durchrationalisiert sind, rote Zahlen und einigen von ihnen droht die Insolvenz. Die Mehrzahl der Kliniken erreicht ein gerade noch ausgeglichenes Ergebnis. Nach Ansicht vieler Experten könnte nur ein nationaler Kraftakt und ein Ausgleich der Deckungslücken in diesem und im vergangenen Jahr eine Gesundung der Finanzgrundlage bewirken.

Auch die Bundesländer haben vielfach Einwände gegen ein monistisches System. Ihnen soll die Krankenhausplanung entzogen und ihr Einfluss auf die Investitionen an die Kliniken selbst abgegeben werden. Dabei muss auch berücksichtigt werden, dass die Länder ihr Investitionsvolumen seit 1991 von 3,6 Milliarden Euro auf 2,7 Milliarden Euro zurückgefahren haben. Dennoch bezweifeln die Länder, dass das monistische System die bestehende Deckungslücke von circa 3 Milliarden Euro schließen könnte.

Dagegen sieht das Gesundheitsministerium eine echte Chance, die Lage der Krankenhäuser zu optimieren, wenn die Investitionen künftig aus den Mehrwertsteuereinnahmen bezahlt würden. Die Monistik führe zu einer Synchronität zwischen Finanzierung und technischem Fortschritt, so Gesundheitsstaatssekretär Klaus Theo Schröder.

Die DEA beobachtet sehr sorgfältig im Studiengang für Krankenhausmanagement die Reform der Klinikfinanzierung und wird Sie darüber auf dem Laufenden halten.


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