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Suizidrate bei Ärzten in Frankreich und in der BRD fast doppelt so hoch wie in g

Die Selbstmorde in Frankreichs Industrieunternehmen erregten auch in der deutschen Presse große Aufmerksamkeit. Mit der Headline: „Die fürchterliche Welt der Amélie“ überschrieb die Süddeutsche Zeitung am 30.10.2009 einen ganzseitigen Artikel, in dem die SZ die Selbstmorde bei France Télécom anprangerte – als verstörende Zeichen für den Wandel einer Gesellschaft, dem viele Menschen nicht gewachsen sind. 

In einem darauf folgenden Bericht mit der Überschrift: „Schlechte Arbeitsbedingungen – Notplan gegen Selbstmorde – Frankreich zwingt Firmen zu Abkommen gegen Stress“ kritisieren die Autoren die schlechten Arbeitsbedingungen in unserem Nachbarland und loben die französische Regierung, die jetzt die Konzerne zwingt, mit den Gewerkschaften Abkommen gegen psychosozialen Stress am Arbeitsplatz  zu schließen, heben hervor, dass es wünschenswert wäre, dass auch die Bundesregierung auf solche Ideen käme, da in Deutschland die Belastungen ebenfalls steigen würden.
Was die Medien allerdings vergaßen, ist die Tatsache, dass der französische Arzt  mehr als doppelt so stark suizidgefährdet ist wie der Mitarbeiter der Télécom. Dort haben sich seit Anfang vergangenen Jahres bis einschließlich Juni 2009 23 von insgesamt 190.000 Angestellten das Leben genommen, während im selben Zeitraum 60 der 200.000 französischen Ärzte durch Suizid verstarben.
 
Zieht man die abgeschlossene Statistik 2006 heran, dann lag die mittlere Suizidrate in Frankreich bei 16 Personen, während sich in der BRD nur 12 pro 100.000 Einwohner das Leben nahmen. Bei den Ärzten in Frankreich ebenso wie in Deutschland ist hier eine nahezu doppelt so hohe Quote zu verzeichnen.
 
Dass diejenigen, welche eigentlich in Bezug auf Depressionen kompetent sein sollten, am meisten gefährdet sind, ist bedauerlich, zeigt im besonderen, dass Stress und Konflikte aufgrund beruflicher Problematiken häufig dazu führen, sich das Leben zu nehmen.
 
Während Gewerkschaften gezielt die Presse einschalten, um mit Daten zu punkten, ohne diese in Vergleich zu anderen Berufsgruppen zu setzen, schweigen die Ärzteverbände in Frankreich wie auch in der Bundesrepublik. Dabei wäre es überfällig, die Bürokratie, den Kostendruck und die Arbeitsüberlastung gerade im ärztlichen Beruf anzuprangern, die Hauptursachen des Suizids sind, um hier die Zahl der Selbstmorde zumindest einzuschränken.
 
Dass gerade Ärzte die Gruppe mit der höchste Suizidrate bilden, obwohl sie in beiden vorgenannten Ländern immer noch die Spitzenstellung des beliebtesten Berufs innehaben, ist erschreckend, zeigt, dass es dringend notwendig wäre, hier mitzuwirken, psychosozialen Stress abzubauen, um den Druck zu mildern.

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