DEA Deutsche Eliteakademie

Steueraufkommen in der BRD

Im internationalen Vergleich liegt die Bundesrepublik Deutschland, sei es bei der Steuerhöhe im Einkommensbereich oder bei den generellen Steuerarten, im europäischen Mittelfeld.

Zahlreiche Steuererleichterungen, Abschreibungsmöglichkeiten und Doppel-besteuerungsvereinbarungen machen es Hochverdienenden leicht, sich Schlupflöcher zu suchen, um keine oder nur sehr wenig Steuern zu bezahlen. Der Kreativität der Wirtschaftsprüfer sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Franz Beckenbauer wohnt deshalb im schönen Österreich, Boris Becker in der Schweiz und Thomas Gottschalk reist aus den USA zu seinen Auftritten in Deutschland an. Es wurde kolportiert, dass Friedrich Karl Flick, seines Zeichens Milliardär in Düsseldorf, dort nur sehr wenig oder sogar keinerlei Einkommensteuer bezahlt haben soll, weil Abschrei-bungsmöglichkeiten seine zu versteuernden Einnahmen auf Null reduzierten.

Trotz derartiger Ungerechtigkeiten sollte man im Auge behalten, dass der überwiegende Teil der Einkommensteuer von sogenannten Hochverdienenden geleistet wird und die meisten Bundesbürger gar keine Steuern entrichten oder nur sehr geringe Beträge.

Insgesamt nahm die Bundesrepublik Deutschland 2009 Euro 524 Milliarden an Steuern ein - davon 34 Prozent über die Umsatzsteuer und 33 Prozent an Lohn- und Einkommensteuern. Pro Kopf erhielt der Staat 2009 - statistisch gesehen - Euro 8.550,- von jedem einzelnen Bürger an Steuern. Auch die Raucher und die Alkoholkonsumenten trugen ihr Scherflein bei, um über die Tabak- und Branntweinsteuern die Konten der Finanzbehörden zu füllen.

Gegenüber dem Jahr 1950 hat sich das Steueraufkommen um das Fünfzigfache erhöht und in Bezug auf die Einnahmearten hieraus erheblich verschoben. 1950 waren die Einnahmen aus der Tabaksteuer höher als diejenigen aus der Lohn- oder Einkommensteuer, gehörten die Raucher zu den wichtigsten Steuerzahlern. Heute tragen sie nur noch mit 3 Prozent zu den Steuereinnahmen bei, damals mit über 10 Prozent.

Zwischenzeitlich gibt es eine Vielzahl von Steuerexperten, die dem Staat empfehlen, über die Umsatzsteuer den gesamten Haushalt zu schultern und Mehrwert-steuerrückerstattungen zu verbieten. Damit würden zwar die Waren teurer, aber die Bundesbürger müssten weder Lohn- noch Einkommensteuer entrichten. Bei den Unternehmen würden die Kapitalertrags- und Gewerbesteuer entfallen. Das wäre der Moment, wo z.B. die Basler plötzlich verstärkt in Freiburg leben wollten und die Liechtensteiner Treuhandgesellschaften ihre Geschäfte nach Lindau oder Konstanz verlegten.

Eine Vereinfachung des Steueraufkommens, das in seiner jetzigen Form selbst für Fachleute nicht mehr durchschaubar ist, wäre sicherlich die beste Lösung. Auch die DEA steht dem Steuerexperten Kirchhof näher - mit seiner Vorstellung, dass eine Steuererklärung auf einem "Bierdeckel" Platz haben müsste, als der momentan hochkomplizierten Steuerpraxis.

 


Einstellungen