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Was kostet das Medizinstudium den deutschen Staat?

Das Medizinstudium ist durch die Approbationsordnung für Ärzte bundesweit geregelt. Die reguläre Studienzeit beträgt 12 Semester und 3 Monate.

Dies vorausgeschickt, gibt es über die Kosten eines Medizinstudiums sehr unterschiedliche Berechnungen. Medizinstudenten glauben häufig, dass die Kosten ihrer Ausbildung für den Staat unwesentlich seien, meinen, dass der Steuerzahler dafür höchstens Euro 30.000 aufbringen müsste und sehen in vielen Bereichen Mängel.
Das Bundesgesundheitsministerium ist überzeugt, dass sein Studienangebot internationale Vergleiche nicht zu scheuen braucht und errechnet die Kosten für einen Absolventen des Medizinstudiums auf Euro 180.000.
Die nahe Schweiz ermittelt seit Jahren die Ausbildungskosten für das Humanmedizinstudium und kommt auf einen fast identischen Betrag wie in der BRD, weist allerdings darauf hin, dass die mit der Lehre eng verbundenen Forschungskosten in der vorklinischen Phase eigentlich zur Hälfte und in der klinischen Phase vollumfänglich dem Medizinstudium hinzuzurechnen wären. Damit würde sich der Betrag für die Kosten des Medizinstudiums nahezu verdoppeln.
Die effektiven Kosten für ein Studium der Humanmedizin, wenn man in allen Bereichen die dort anfallenden Beträge - sehr eng berechnet - mit einbezieht, dürften in der BRD bei etwa Euro 200.000 liegen, welche die bundesdeutschen Steuerzahler für das Studium eines approbierten Arztes aufbringen müssen.
Im internationalen Vergleich - auch mit den USA - gelten die Kosten als angemessen.
Während der überwiegende Teil der amerikanischen Absolventen das Medizinstudium bezahlen muss resp. sich dafür hoch verschuldet, ist in der BRD - wie in den meisten europäischen Ländern - das Studium nahezu kostenlos. Der Staat geht davon aus, dass der Arzt als zukünftiger Steuerzahler mit dazu beiträgt, dass auch weiterhin das Studium der Humanmedizin wie alle anderen Fächer an den deutschen Universitäten kostenlos zur Verfügung gestellt werden kann.
Bedenklich allerdings wird die Situation, wenn Ärzte allein aufgrund von Einnahmenverbesserungen ins Ausland gehen, um dort ihren Beruf auszuüben. Die nahe Schweiz ist hier seit Jahren ein besonderer Magnet für bundesdeutsche Ärzte, häufig dort tätig zu werden, wo Schweizer Kollegen sich nicht mehr niederlassen wollen.
Ganz anders sieht die Situation aus, wenn Ärzte im Rahmen ihrer Facharztausbildung ins Ausland gehen oder dort Lehrstühle übernehmen. Das gehört zum medizinisch-wissenschaftlichen Austausch, der für das Renommee der BRD sehr wichtig ist. Ähnliches gilt im sozialen Bereich - hier wird das Engagement deutscher Ärzte sogar gefordert.
 
Da momentan polnische oder tschechische Ärzte in der BRD die Probleme dort lösen, wo bundesdeutsche Mediziner sich nicht niederlassen wollen, ist ein Handlungsbedarf noch nicht gegeben. Inwieweit wir uns den Export approbierter Ärzte in die Alpenregionen der Schweiz noch leisten können, wird die Zukunft zeigen. Nach Berechnung der helvetischen Behörden ersparen wir der Schweiz damit 450.000 Franken an Ausbildungskosten pro Arzt.  

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