DEA Deutsche Eliteakademie

Die DEA: Präventionsmedizin / Impfmanagement: Vortrag der DEA auf dem 7. Aachener Impftag

Der Vorstand der DEA Deutsche Eliteakademie AG, Rechtsanwalt Rüdiger Schilke, hat am 09. November 2005 am 7. Aachener Impftag teilgenommen und dort einen Vortrag zum Thema Präventionsmedizin – Impfmanagement gehalten. Der 7. Aachener Impftag wurde vom Institut für Medizinische Mikrobiologie der RWTH Aachen in Zusammenarbeit mit der Berufsverband Deutscher Internisten e.V veranstaltet und von den Firmen Sanofi Pasteur MSD und Baxter unterstützt. Der Impftag verband folgende Themen zu einer interessanten und informativen Veranstaltung:
 
Begrüßung und Moderation durch Prof. Dr. Rudolf Lütticken – Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie am Uniklinikum Aachen und Prof. Dr. Ralf René Reinert – Institut für Mikrobiologie der RWTH Aachen-.
 
Schutzimpfung bei besonderen Patientengruppen, vorgetragen von Dr. Markus Knuf – Kinderklinik und Kinderpoliklinik der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz -.
 
Aktuelle Ergebnisse zur HPV-Impfung, vorgetragen von PD Dr. Monika Hampl – Frauenklinik Universität Düsseldorf -.
 
Durch Zecken übertragene Krankheiten, vorgetragen von Prof. Dr. Dr. Peter Kimmig – Landesgesundheitsamt und Medizinisches Landesuntersuchungsamt Baden-Württemberg -.
 
Effektive Prävention der Rotavirus-Erkrankung, vorgetragen von Dr. Markus Rose – Klinikum der J.W. Goethe Universität, Zentrum für Kinderheilkunde & Jugendmedizin, Klinik I, Pneumologie & Allergologie, Frankfurt -.
 
Präventionsmedizin – Impfmanagement, vorgetragen  von RA Rüdiger Schilke – Vorstand der DEA Deutsche Eliteakademie AG, München, Bräunsdorf -.
 
Aktuelle STIKO-Empfehlungen unter besonderer Berücksichtigung der Varizellen, vorgetragen von Prof. Dr. Christel Hülse – ehemalige Direktorin des Landesgesundheitsamtes Mecklenburg-Vorpommern, Mitglied der STIKO -.
 
Alle Vorträge wurden mit regem Interesse aufgenommen und fanden eine ausgiebige engagierte Diskussion, die zeigte, wie wichtig den Ärzten Impfen ist und dass hier viel wissenschaftliche Arbeit nötig ist, um die nötigen Informationen weiterzugeben. Impfen bietet Ärzten und Patienten große Chancen, die letztendlich auch der Volksgesundheit zu gute kommen; entscheidend ist aber ein ausreichendes Wissen der Ärzte, damit ein gesicherter und umfassender Schutz in der Bevölkerung entstehen kann.
 
 
Rechtsanwalt Rüdiger Schilke von der Deutschen Eliteakademie hat dies in seinem Vortrag zum Thema Impfmanagement im Besonderen hervorgehoben und dargestellt, warum in der heutigen Zeit Präventionsmedizin so wichtig geworden ist. Die Abstracts zu seinem Vortrag lauteten wie folgt:
 

Präventionsmedizin – Impfmanagement

 
Schutzimpfungen gehören zu den effektivsten präventiven Maßnahmen der Medizin und haben sich weltweit gegen Infektionskrankheiten bewährt. Moderne Impfstoffe sind gut verträglich und Nebenwirkungen äußerst selten. Neben einem Individualschutz wird bei hohen Durchimpfungsraten ein umfassender kollektiver Schutz erreicht und damit Voraussetzungen für die weltweite Ausrottung von Infektionskrankheiten geschaffen.
Nur hohe Durchimpfungsraten bieten die Möglichkeit, Krankheitserreger regional zu eliminieren und schließlich global zu eradizieren. Auf diese Weise konnten zum Beispiel die Pocken bis 1978 ausgerottet werden.
 
Jeder Mensch sollte so früh wie möglich über einen vollständigen Impfschutz verfügen und der Impfschutz sollte das ganze Leben lang aufrechterhalten werden.
Es gehört zu den vornehmlichsten Aufgaben eines jeden Arztes, für einen ausreichenden Impfschutz der von ihm betreuten Personen zu sorgen. Hausärzte und Kinderärzte sind die idealen Impfärzte. Nutzen Sie diese Chance!
 
Immer wieder werden Aufklärungskampagnen und gezielte medizinische Vorträge zu den einzelnen Impfindikationen durchgeführt. Und trotzdem ist die Durchimpfungsrate in Deutschland schlecht. Warum ist dies so?
Wir sind der Überzeugung, dass nur ein durchorganisiertes und strukturiertes Impfmanagement sowohl für die medizinische Versorgung der Patienten als auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht für eine vorbildliche Praxis von eminenter Wichtigkeit ist und dem Impfmanko Abhilfe schaffen kann.
 
Es ist bekannt, dass je größer die emotionale Bindung an einen Menschen ist, desto größer ist auch das Interesse daran, alles zu tun, die Gesundheit zu erhalten und zu fördern. Besonders bei Müttern ist dieses Phänomen stark ausgeprägt. Die Bereitschaft, Vorsorgeuntersuchungen durchzuführen und dabei auch die Kinder impfen zu lassen, ist im Vorschulalter besonders groß. Werden die Menschen dann selbständiger und eigenverantwortlicher, dann werden sie auch häufiger nachlässiger  in bezug auf ihre Gesundheit und erst im fortgeschrittenen Alter wird dem Menschen seine Anfälligkeit wieder bewusst.
Es ist nun die Aufgabe der behandelnden Ärzte, entsprechende Situationen zu nutzen, aktiv auf den Patienten einzugehen und ihn an eine fällige Impfung zu erinnern. Hier ist es vor allem wichtig, dass der Arzt den Impfstatus erkennt. Von vornherein – und da ist der Kinderarzt als erster gefordert – sollte dem Patienten eindringlich klargemacht werden, dass er sein Gesundheits- oder Impfbuch stets bei sich führen muss. Hausärzte sollten den Impfstatus der Patienten in ihren Praxisunterlagen dokumentieren, da erfahrungsgemäß viele Patienten die Impfausweise verlieren. EDV-Anwender können innerhalb der elektronischen Karteikarte spezielle Impfbereiche anlegen, in denen automatisch mit der Abrechnung der erfolgten Impfung auch deren Dokumentation erfolgt. Zudem kann hier ein Recall-System installiert werden, so dass der Patient an Wiederimpftermine erinnert wird.
 
Die Motivation des Patienten zur Impfung erfolgt durch aktives Ansprechen zur Impfung:
  • Bei Unfällen und Verletzungen
  • Der Eltern/Großeltern bei Impfung der Kinder/Enkelkinder
  • Bei Vorsorgeuntersuchungen
  • Bei reisemedizinischen Beratungen, auch bei Inlandsreisen notwendige Impfungen nicht vergessen
  • Bei Sportuntersuchungen
  • Bei Tauglichkeitsuntersuchungen wie zum Beispiel Jugendschutz
  • Saisonale Schwerpunktimpfungen ansprechen wie Influenza, Pneumokokken
  • Case Management chronischer Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Asthma, Herzinsuffizienz etc.
  • Bei neuen Patienten in der Praxis
  • Öffentliche Diskussionen aufnehmen, zum Beispiel in Zeitungen oder Fernsehen
 
Recall-Systeme organisieren, um die Patienten an wichtige Impftermine zu erinnern.
Jede Maßnahme des Arztes , mit der er sich um das Wohl des Patienten kümmert, ist Imagepflege und vermittelt dem Patienten Sicherheit. Um erfolgreich zu sein, sollten der Arzt und sein Team den Begriff Dienstleistung sehr ernst nehmen. Patienten, die sich gut betreut fühlen, werden auch darüber sprechen. Mundpropaganda durch zufriedene Patienten ist erlaubte Werbung!
 
Die Abrechnung von Impfleistungen ist Gegenstand von Sonderverträgen  zwischen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und den Spitzenverbänden der Ersatzkassen bzw. den einzelnen kassenärztlichen Vereinigungen der Länder und den ansässigen Primärkassen. Die jeweiligen Abrechnungsziffern werden in diesen Verträgen vereinbart.
Im Gegensatz zu anderen Leistungen unterliegen die Impfungen weder in der Durchführung noch in der Verordnung einer Wirtschaftlichkeitsprüfung oder Budgetierung. In diesem Sektor sind unter Berücksichtigung der vertraglichen Vereinbarungen Kürzungen oder Regresse nicht zu erwarten.
Die Grenzziehung zwischen Impfungen als vertragsärztliche oder privatärztliche Leistung ist nicht immer ganz eindeutig, lediglich bei reinen Reiseimpfungen ist die Sachlage klar. Hierbei handelt es sich um klassische IGeL-Leistungen, wie sie von der KBV Anfang 1998 definiert worden sind.
 
Ein besonderes Augenmerk beim Impfmanagement ist auf die Impfaufklärung zu richten.
Besondere Aufmerksamkeit muss in diesem Zusammenhang der Aufklärung des Impflings oder seiner Sorgeberechtigten über Risiken der Impfung geschenkt werden. Der Fakt der Aufklärung muss in den Unterlagen des Impflings dokumentiert werden.
 
 

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